Die City Hall in London hat ein neues, ehrgeiziges Wohnungsbau-Programm angekündigt, das sich am Wiener Modell für sozialen Wohnungsbau orientiert. Um den seit Jahren stockenden Wohnungsmarkt in der britischen Hauptstadt anzukurbeln, stellt der Staat über 25 Jahre lang Kredite in Höhe von insgesamt 1,5 Milliarden Pfund zu extrem niedrigen Zinsen von 0,1 % zur Verfügung, die vor allem an Wohnungsbaugenossenschaften ausgegeben werden sollen. Ziel ist es, sowohl den Bau von bezahlbaren als auch marktüblichen Wohnungen wieder in Gang zu bringen und bislang blockierte Bauflächen zu aktivieren.
Das Wiener Modell wird in Medien als Goldstandard zitiert, weil in Österreichs Hauptstadt gemeinnützige Wohnungsgenossenschaften rund 40 % des Wohnungsbestands besitzen und meist 25 % unter Marktpreisen vermietet werde. Londoner Mieten liegen im Vergleich deutlich höher, und die Stadt hofft, durch günstige Finanzierung und weitere Reformen wie die Zusammenlegung von Mieten (rent convergence) einen ähnlichen Effekt zu erzielen – also mehr Wohnraum zu schaffen, der dauerhaft für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich bleibt.