So klingt Niederösterreich – die ARGE Eigenheim Playlist 2026

Die Musikszene Niederösterreichs ist weniger durch ein einzelnes Zentrum geprägt als durch viele regionale Knotenpunkte. Besonders St. Pölten fällt mit einer erstaunlich breiten Szene auf, die von Hip-Hop und Indie über Rock bis zu Neuer Musik und Kirchenmusik reicht. Dazu kommen starke musikalische Biografien aus dem Waldviertel, Weinviertel, Mostviertel, der Wachau und dem Wienerwald. Gerade diese Mischung macht Niederösterreich musikalisch vielfältiger, als es auf den ersten Blick scheint.

Für die Playlist wurden bekannte Namen wie OSKA, Voodoo Jürgens, Edmund oder Thomas Gansch mit jüngeren und weniger bekannten Acts wie Bakery, PYHRÀ, Valone, LITHA oder Philipp Manuel Gutmann kombiniert. Auch klassische und experimentelle Positionen wurden bewusst einbezogen, etwa mit Ludwig Lusser, Karlheinz Essl oder dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich. So entsteht kein Genre-Panorama nach Schema F, sondern ein Querschnitt durch sehr unterschiedliche musikalische Milieus.

Bei etablierten Künstler:innen wurde bewusst auf die naheliegenden Hits verzichtet. Statt der größten Erfolge stehen aktuelle Singles, neuere Albumtracks oder weniger offensichtliche Stücke im Vordergrund. Die Playlist soll daher nicht wie ein „Best of Niederösterreich“ klingen, sondern eher zeigen, was aus dem Bundesland kommt, was dort gerade entsteht und was sich abseits der bekannten Namen zu entdecken lohnt.

Songs in dieser Playlist:

 

1. OSKA – With Love, Your Clementine

Waldviertlerin aus Rastenfeld. Ein sehr guter Einstieg und bewusst nicht ihr größter Spotify-Titel, sondern aus dem aktuellen Album Refined* *Believer.

2. PYHRÀ – Payload

Kathrin und Florian Huber aus St. Pölten. Organischer, eigenständiger Pop und ein echter aktueller Regionalfund.

3. Bakery – Trunk Music

Flo Knixx, Z-Ko und e.kwality stehen für aktuellen Hip-Hop direkt aus St. Pölten. Trunk Music stammt vom Debütalbum *Back On The *Map.

4. Valone – Gone

2022 gegründete Female-fronted Rockband aus Niederösterreich. Jung, direkt und auf Spotify noch weitgehend eine Entdeckung.

5. LITHA – Good Girl

Lisa Lurger kommt aus Niederösterreich und ging in Lilienfeld zur Schule. Sehr guter moderner R&B/Pop, ausgezeichnet mit dem NÖ-Anerkennungspreis 2025.

6. Chrisik – Left Behind

Melodisch-atmosphärische Elektronik von Christian Valisik. Einer der interessanteren jüngeren elektronischen Kandidaten der Recherche. Spotify führt Left Behind als 2025er Single.

7. Federspiel – Joy Dance

In der Wachau gegründetes Bläserensemble, das Volksmusik sehr weit in Richtung Weltmusik und zeitgenössische Kammermusik öffnet.

8. Voodoo Jürgens – Kassiber

In Tulln aufgewachsen. Nicht Heite grob ma Tote aus, sondern ein Stück aus dem aktuellen Album Gschnas. Genau so war die Playlist gedacht.

9. Thomas Gansch – Steirer 3er

Geboren in St. Pölten, aufgewachsen in Melk. Internationaler Name, aber mit einer aktuellen Veröffentlichung statt einem Mnozil-Brass-Klassiker.

10. Freezy Trap – Wos geht di des au?

FM4 beschreibt ihn ausdrücklich als Dialektrapper aus Niederösterreich. Mundart, Rap, Beatbox und Didgeridoo ergeben einen ziemlich eigenständigen Track.

11. Clara Luzia – Am Fluss

Aus dem Weinviertel stammende, längst etablierte Songwriterin. Statt der bekannten älteren Titel ein Track aus Horelia.

12. Topsy Turvy – Five Guitars

Die Band hat St. Pöltner Wurzeln und war beim ausschließlich regional besetzten musik.stp FeSTPval 2026 dabei. Garage, Surf und Punk, erfreulich österreichisch klingend.

13. Edmund – Echt

Das Duo ist stark im Wienerwald verwurzelt. Statt Freindschoft kommt die 2025er Single vom Album Legende.

14. Philipp Manuel Gutmann – Ich warf eine Rose ins Meer

1993 in Niederösterreich geboren und in Herzogenburg aufgewachsen. Sehr kleiner Spotify-Act, aber genau deshalb eine schöne Entdeckung: zeitgenössische Musik für Streichorchester.

15. DENK – Mensch

Birgit Denk stammt aus dem östlichen Niederösterreich. Die 2024er Single ist eine bessere Wahl als ein Rückgriff auf das bekannte ältere Material.

16. Camo & Krooked – Ember x Emperor Waltz – Red Bull Symphonic 2025

Grenzfall: Das Duo gilt als Wiener Act, Markus „Krooked“ Wagner wurde aber in Lilienfeld geboren. Deshalb akzeptiere ich einen Track, aber nicht mehr.

17. Matthias Werner – Huckepack: Ouvertüre

1989 in Krems geboren, ehemaliges Federspiel-Mitglied und Komponist auch für die Tonkünstler. Gute Brücke zwischen orchestraler Musik und populärerer Playlist-Ästhetik.

18. Skolka – Kia vor deina Tia

„100 Prozent Weinviertler Dialekt“ ist hier keine Marketingübertreibung, sondern praktisch das Programm. Etwas älter, aber regional unverwechselbar.

19. Ludwig Lusser – In festo Corporis Christi: No. 4, Post Benedictionem

Seit 2006 Domorganist in St. Pölten, mit besonderem Schwerpunkt auf Orgelmusik des 20. und 21. Jahrhunderts. Die St.-Pölten-Recherche hat diesen Track verdientermaßen in die Liste gebracht.

20. Otto Lechner – Arnotto – Eremo di Santa Caterina

„Waschechter Melker“, Akkordeonist, Komponist und Grenzgänger zwischen Jazz, Literatur und Improvisation.

21. Rusty Railgun – Burning Rose

St. Pöltner Hardrock-/Metalband und regelmäßiger Bestandteil der lokalen musik.stp-Szene. Ein sinnvoller härterer Azzent.

22. Karlheinz Essl – Trois Cent Drones

Komponist, Medienkünstler und Live-Elektroniker mit langjährigem Lebensmittelpunkt und Studio in Klosterneuburg. Toy Piano plus Live-Elektronik,also weit weg vom Klassik-Pflichtprogramm.

23. Green Summer – The Patron

Niederösterreichische Irish-Folk-Rock-Schiene. Der Track sorgt nach Essl bewusst für einen Stilbruch und macht die regionale Vielfalt hörbar.

24. Monobrother – Kreisverkehr

Grenzfall: Wiener Rapper, aber auch in Wieselburg aufgewachsen. Dazu passt Kreisverkehr inhaltlich beinahe verdächtig gut zu Niederösterreich.

25. Georg Breinschmid – the postman always rings twice

In Amstetten geboren, ehemaliger Tonkünstler- und Philharmoniker-Bassist, später einer der originellsten österreichischen Jazzmusiker. Älter, aber musikalisch wertvoll genug für die Ausnahme.

26. Cornerstone – Private Eyes

Rockband aus Mödling mit überraschend internationaler Karriere. Kein Jungact, aber regional klar verankert und mit einem späteren Release vertreten.

27. Bauchklang – Change

Die St. Pöltner Beatbox-Formation gehört in eine NÖ-Musikgeschichte hinein. Älterer Track, aber ihr elektronischer Vokalsound ist bis heute ungewöhnlich.

28. Militärmusik Niederösterreich – Hallo kleine Maus – Blasorchester Version

Eine kleine kalkulierte Irritation kurz vor Schluss: NÖ-Berufsblasorchester mit einem tatsächlich aktuellen Spotify-Release.

29. Tonkünstler-Orchester Niederösterreich / Fabien Gabel – Joseph Marx: Symphonische Nachtmusik

Das Landesorchester darf nicht fehlen. Die aktuelle Aufnahme unter dem neuen Chefdirigenten Fabien Gabel ist zudem viel sinnvoller als irgendein Beethoven-Dauerbrenner.