So klingt Vorarlberg – die ARGE Eigenheim Playlist 2026

Vorarlbergs Musikszene ist klein genug für kurze Wege, aber stilistisch erstaunlich weit verzweigt. Aus Musikschulen, Jazzseminar, Stella Musikhochschule, Spielboden und Poolbar-Umfeld führen Verbindungen in den Bregenzerwald, nach Wien, Berlin und in internationale Jazz- und Clubnetzwerke. Auffällig ist, wie selbstverständlich Dialekt neben englisch- und deutschsprachigem Pop steht.

Die bekannten Bezugspunkte sind dabei nur der Anfang. Holstuonarmusigbigbandclub machte den Bregenzerwälder Dialekt weit über Österreich hinaus hörbar, George Nussbaumer steht für die lange Soul- und Bluestradition, David Helbock für einen international offenen Jazz. Daneben zeigen Cordoba78, GARDENS, Sea Cathedral, NNELLA, Philomena, Pia Denz und Nestroy eine jüngere Szene, die sich nicht auf ein gemeinsames Klangbild reduzieren lässt.

Die Playlist verbindet deshalb Gegenwart und Musikgeschichte: Boom-Bap aus dem Ländle trifft auf Art-Pop, Drum & Bass, Big Band und neue Kammermusik. Auch die klassische Moderne gehört zum Porträt – von Herbert Willi und Richard Dünser bis zu Georg Friedrich Haas, dessen prägende Jugendjahre in Tschagguns den experimentellen Rand dieser musikalischen Landkarte markieren.

Songs in dieser Playlist:

 

1. Cordoba78 – Teneriffa

Junge Vorarlberger Band mit lässigem deutschsprachigem Indie-Pop, Funkgitarren und einem Gespür für große Refrains.

2. David Helbock & Julia Hofer – Purple Rain

Der Koblacher Pianist und die in Dornbirn ausgebildete Bassistin und Cellistin verwandeln Prince in ein bewegliches Jazzduett.

3. GARDENS – Big Dreams

Vorarlberger Indie-Band mit Wiener Basis, kantigen Gitarren und lakonischer Stimme. Gewinnerin des Sound@V-Preises 2024.

4. Samt – Pinselstrich

Vorarlberger Rapper mit persönlichen Texten im regionalen Dialekt und einem bewusst ungeschliffenen, nachdenklichen Zugang.

5. Evelyn Fink-Mennel, Philipp Lingg & Matthias Härtel – Wo Is Denn Der Mahder

Die Andelsbucher Geigerin und Volksmusikforscherin betrachtet Überliefertes als lebendiges Material – verspielt, eigenwillig und fern folkloristischer Dekoration.

6. Nestroy – Flame On Max

Vorarlberger DJ und Produzent mit melodischem, druckvollem Drum & Bass und langer Verankerung in der regionalen Clubszene.

7. Sea Cathedral – Domiciles

Projekt des in Vorarlberg aufgewachsenen Laurin Bösch: fragile Songs wachsen langsam zu weit ausgreifendem, kammermusikalischem Post-Rock.

8. Jazzorchester Vorarlberg & 5/8erl in Ehr’n – Vaporizer – Live

Die große Vorarlberger Formation verbindet zeitgenössischen Big-Band-Klang mit dem entspannten Wiener Soul von 5/8erl in Ehr’n.

9. NNELLA – Wenn da nächste Wind

In Vorarlberg geborene Art-Pop-Musikerin zwischen Berlin und Ländle; ironisch, verletzlich und selbstverständlich mehrsprachig.

10. Sektor 7 – 7.1.4_watch_me

Feldkircher Quartett mit energetischem Crossover aus Nu Metal, Modern Metal und düsteren elektronischen Texturen.

11. ZERA – Do Zore

In Feldkirch geborene serbisch-österreichische Sängerin und Rapperin, die Balkan-Pop, Trap und urbane Produktion verbindet.

12. Holstuonarmusigbigbandclub – An Hag

Das Bregenzerwälder Quintett mischte Blasmusik, Jazz, Reggae und Pop – weit über seinen berühmtesten Dialekthit hinaus.

13. Fiesta Forever – On The Radar

Vier Vorarlberger Musiker mit Wiener Basis spielen präzisen, melodischen Indie-Rock mit nervöser Energie und internationaler Klangsprache.

14. Der Effekt – Harmonia

In der Vorarlberger und Rheintaler Clubszene verwurzeltes Produzentenduo mit fließendem Progressive House und melodischem Techno.

15. Philomena – Flowergarden

Die 2000 geborene Vorarlbergerin verbindet Jazz-Ausbildung aus Dornbirn mit intimem, fein produziertem Singer-Songwriter-Pop.

16. Penetrante Sorte – V-Style

Vorarlberger Boom-Bap-Duo um Phil Fin und DJ King. Dialekt, lokale Beobachtung und klassischer Neunzigerjahre-Rap treffen direkt aufeinander.

17. Bada – Summer im Ländle

Humorvoller Vorarlberger Mundart-Rap zwischen Alltagsbeobachtung, Partysound und selbstironischem Lokalbewusstsein.

18. Peter Madsen – Ballad for Stan

Der New Yorker Pianist prägte als Lehrer und Ensembleleiter über Jahrzehnte die Vorarlberger Jazzszene und mehrere Generationen ihrer Musiker.

19. Pia Denz – That You Care

Junge, in Wien lebende Vorarlberger Songwriterin mit warmer Stimme, zurückhaltenden Arrangements und Wurzeln in Jazz und Akustikpop.

20. Herbert Willi – Eirene

Der in Bludenz geborene Komponist entwickelt konzentrierte Orchester- und Kammermusik aus Stille, Klangfarbe und sorgfältig geformten Spannungsbögen.

21. riedmann – Keinen Tag und keinen Moment

Neue Dornbirner Formation mit deutschsprachigem, handgespieltem Pop-Rock und unaufgeregten Arrangements zwischen Meeressehnsucht und Berglandschaft.

22. Junipa Gold – Turn To Dust

Vorarlberger Alternative-Band mit dunkler, kraftvoller Stimme, präzisem Rockfundament und atmosphärischer Spannung.

23. Georg Friedrich Haas – in vain

Der in Tschagguns aufgewachsene Komponist zählt zu den international wichtigsten Stimmen spektraler und mikrotonaler Musik.

24. Aja Soul Group – Territory

Vorarlberger Formation um Sängerin Aja mit erdigem Soul, Jazzharmonik und einer warmen, organischen Bandästhetik.

25. kurzfristig – Shiedzi

Junge Vorarlberger Mundartband mit zugänglichem Pop-Rock; für „Shiedzi“ erhielt sie 2024 den Sound@V-Mundartpreis.

26. Jazzorchester Vorarlberg – Alp Edo

Eine offene Großformation, in der sich die ungewöhnlich dichte Vorarlberger Jazzszene zwischen komplexen Arrangements, Improvisation und alpinen Echos bündelt.