So klingt Wien – die ARGE Eigenheim Playlist 2026
Wien besitzt nicht eine Musikszene, sondern viele teilweise überlappende Ökosysteme. Zwischen Gürtelclubs, Arena und Flucc, Porgy & Bess, Popfest, Wien Modern, Musikverein und selbstorganisierten Räumen entstehen sehr verschiedene Formen von Musik. Rap aus Gemeindebau und migrantisch geprägten Vierteln, experimentelle Clubmusik und improvisierter Jazz gehören ebenso zur Stadt wie Rockbands, Schrammelmusik und große Orchester. Popfest, Waves Vienna und FM4 machen einen Teil dieses Spektrums sichtbar; Institutionen wie Porgy & Bess und Wien Modern erschließen weitere Bereiche. Popfest Wien, Porgy & Bess, Wien Modern
Die bekannten Namen markieren deshalb nur einige Linien. Wanda, Bilderbuch, Soap&Skin oder Kruder & Dorfmeister stehen für unterschiedliche Generationen international wahrgenommener Wiener Popmusik. Gleichzeitig haben Crack Ignaz’ Salzburger Umfeld und besonders die Wiener Acts Yung Hurn, Bibiza, Eli Preiss, Verifiziert, Yasmo, KeKe, EsRap sowie Kreiml & Samurai die Sprache des österreichischen Rap stark erweitert. In der Elektronik reicht die Entwicklung vom Downtempo über abstrakte Beatmusik bis zu Live-Techno und elektroakustischer Klangkunst.
Bewusst führt die Playlist diese Gegenwart mit älteren städtischen Traditionen zusammen. Ernst Molden, Die Strottern, Wiener Blond und junge Formationen wie das Vorstadtkollektiv behandeln das Wienerlied nicht als Museumsmaterial. Klangforum Wien, PHACE, Black Page Orchestra und RSO wiederum zeigen jene experimentelle Musikkultur, die im Bild der „Klassikstadt“ oft untergeht. So entsteht ein Wien-Porträt, das weder beim Austropop noch beim Walzer stehen bleibt, sondern die Stadt als produktiven Reibungsraum zwischen Hochkultur, Subkultur und Alltag hört.
Songs in dieser Playlist:
1. BIBIZA – Donau
Wiener Sänger und Rapper zwischen Falco-Nachhall, Indie-Funk und Großstadtexzess. Seine Songs beobachten das junge Wien mit Witz und Ambivalenz.
2. DIVES – Wanna Take You There
In Wien gegründetes Trio mit Surf-Gitarren, Garage-Rock und feministischer DIY-Haltung. Direkt, melodisch und live besonders druckvoll.
3. Eli Preiss – wein in wien
Wiener Sängerin und Rapperin zwischen zeitgenössischem R&B, Trap und sehr persönlichen deutschsprachigen Texten.
4. slowklang – Mindscapes
Junges Wiener Trio um Sängerin Amina Bouroyen. Stimme, Saxofon und E-Bass erzeugen reduzierte, frei atmende Klangräume.
5. Conny Frischauf – Düfte
Wiener Musikerin zwischen Krautrock, Synth-Pop und konzeptueller Elektronik. Ihre deutschsprachigen Miniaturen wirken zugleich kühl und verspielt.
6. Ernst Molden – Hammerschmidtgossn
Wiener Liedermacher, Schriftsteller und genauer Chronist der Stadt. Blues, Folk und Dialekt verdichten sich zu moderner urbaner Volksmusik.
7. My Ugly Clementine – Feet Up
Wiener Band um Sophie Lindinger, Mira Lu Kovacs und Nastasja Ronck. Gitarrenpop mit präzisem Songwriting und feministischer Perspektive.
8. Cid Rim – Last Snow
Wiener Produzent und Schlagzeuger mit komplexen Rhythmen, leuchtenden Synthesizern und Einflüssen aus Jazz, Hip-Hop und futuristischem Pop.
9. Wiener Blond – Guten Morgen Wien
Duo aus Stimme, Loopstation, Beatbox und Wiener Schmäh. Traditionelles Wienerlied wird mit Pop, Elektronik und Sprachrhythmus weitergedacht.
10. salute – saving flowers
In Wien geboren und später nach Manchester gezogen. Euphorische Clubmusik zwischen UK Garage, House und farbenreichem Sounddesign.
11. Verifiziert – Stadtlabyrinth
Wiener Musikerin mit lakonischem Sprechgesang, zurückgenommenen Trap-Beats und Beobachtungen aus Nachtbus, Beziehung und Großstadtalltag.
12. Kruder & Dorfmeister – Johnson
Wiener Produzentenduo, das den internationalen Downtempo-Sound der Neunziger prägte. Dub, Hip-Hop und elegante elektronische Flächen wirken weiterhin nach.
13. CULK – Generation Maximum
Wiener Band um Sophie Löw. Düsterer Post-Punk, präzise Dynamik und feministische Texte verbinden Intimität mit großer Wucht.
14. 5/8erl in Ehr’n – Vaporizer
Wiener Quintett zwischen Soul, Jazz und Dialekt. Entspannter Groove trifft auf gesellschaftliche Beobachtung und schwarzen Humor.
15. Black Page Orchestra – Mirela Ivičević: CASE BLACK
Junges Wiener Ensemble für radikale Gegenwartsmusik. Akustische Instrumente, Video, Elektronik und performative Formen werden konsequent zusammengedacht.
16. Wanda – Therapie
In Wien gegründete Rockband mit rauem Pathos, italienischen Sehnsuchtsbildern und einem unverkennbaren Gespür für große deutschsprachige Refrains.
17. HVOB – Bruise
In Wien gegründetes Duo mit international erfolgreicher, melancholischer Clubmusik zwischen Minimal House, Popstruktur und hypnotischem Live-Sound.
18. Kreiml & Samurai – Wiener
Rapduo aus Simmering und Floridsdorf. Klassische Beats, breiter Wiener Dialekt und selbstironische Milieubeobachtung prägen ihren Sound.
19. Die Strottern – Schau di an
Klemens Lendl und David Müller reduzieren das Wienerlied auf Stimme, Geige und Kontragitarre – traditionsbewusst, improvisatorisch und gegenwärtig.
20. Laundromat Chicks – Sometimes Possessed
Junge Wiener Band mit jangligen Gitarren, Lo-Fi-Wärme und einer Vorliebe für kurze, beiläufig großartige Popsongs.
21. Dorian Concept – Let It All Go
Wiener Keyboarder und Produzent. Hochvirtuose Synthesizerlinien treffen auf Jazzharmonik, Beatmusik und spontan wirkende elektronische Strukturen.
22. Ankathie Koi – Baby Boy
In Wien etablierte deutsche Sängerin mit großer Stimme, exzentrischer Bühnenfigur und einem Sound zwischen Achtziger-Pop, Funk und Soul.
23. Buntspecht – Majorelika
Wiener Sextett zwischen Chanson, Folk, Jazz und theatralischem Pop. Akustische Instrumente tragen absurde und zugleich berührende Texte.
24. Yung Hurn – eine nase
Rapper aus der Wiener Donaustadt und Schlüsselfigur des deutschsprachigen Cloud-Rap. Minimalismus, Dialektfärbung und Kunstfigur greifen ineinander.
25. Elektro Guzzi – Prototyp
Wiener Trio, das Techno ohne Computer erzeugt: Gitarre, Bass und Schlagzeug werden zu einem präzisen, hypnotischen Clubinstrument.
26. Shake Stew – Lila
In Wien gegründetes Septett mit zwei Bässen, zwei Schlagzeugen und drei Bläsern. Ekstatischer Groove trifft auf freie und spirituelle Jazztraditionen.
27. FARCE – Kiss Me
Wiener Musikerin Veronika König verbindet verzerrte Elektronik, verletzlichen Gesang und harte rhythmische Brüche zu intensivem Avant-Pop.
28. Bilderbuch – Softdrink
In Oberösterreich gegründet, aber seit vielen Jahren eng in Wien verankert. Art-Rock, Funk und digitale Popästhetik treffen auf sprachliche Spielfreude.
29. Cousines Like Shit – Vivid Sassy
Wiener Cousinen-Duo mit billigen Keyboards, trockenem Sprechgesang und eigensinnigem Humor. Minimalismus wird hier zur präzisen Popstrategie.
30. Soap&Skin – The End
Die seit jungen Jahren in Wien arbeitende Anja Plaschg verbindet Klavierlied, Elektronik, Filmklang und eine außergewöhnlich körperliche Stimme.
31. Voodoo Jürgens – Federkleid
In Tulln geboren, künstlerisch eng mit der Wiener Beisl- und Undergroundszene verbunden. Morbide Figuren treffen auf warmes Bandspiel.
32. Wiener Philharmoniker – Schönberg: Verklärte Nacht – Sehr breit und langsam
Der historische Wiener Klangkörper mit Musik des in Wien geborenen Arnold Schönberg – ein Bindeglied zwischen spätromantischer Tradition und Moderne.
33. Der Nino aus Wien – Es geht immer ums vollenden
Favoritner Songwriter und zentraler Chronist des neueren Wienerlieds. Lakonische Alltagssprache trifft auf Indie, Folk und melodische Beiläufigkeit.
34. Kenji Araki – Hope Chess
Wiener Produzent zwischen Glitch, Ambient, Clubmusik und digital zerlegtem Pop. Komplexe Texturen bewahren dabei eine überraschend emotionale Mitte.